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Autokindersitze & Babyschalen

2. Juni 2008 von admin

Autokindersitze, Babyschalen

Unentbehrlich - nicht nur für Eltern

Die erste Fahrt mit einem Pkw ist zumeist die des Neugeborenen vom Krankenhaus
in die elterliche Wohnung. Eine sichere Transportmöglichkeit sollte somit
nicht auf die lange Bank geschoben werden; auch gilt es beim Kauf von
Babyschalen
und Autokindersitzen einiges zu beachten.

Die “Entwarnung” zuerst: Seit einigen Monaten kursieren Gerüchte,
dass bestimmte Sitzerhöhungen und Kindersitze verboten worden sind. Richtig
ist daran lediglich, dass ältere Modelle, die vor 1995 hergestellt wurden,
bei denen die achtstellige Prüfziffer mit 00, 01 oder 02 beginnt (orangefarbenes
Prüfsiegel ece-44, zumeist auf der Unter- oder Rückseite des Sitzes
zu finden), seit 1. April 2008 nicht mehr zugelassen sind. Kindersitze solllten
die Prüfnorm: 44/03 oder 44/04 besizten. Ein in einem solchen, beispielsweise
“geerbten” oder kostengünstig ersteigerten Sitz transportiertes
Kind gilt als komplett ungesichert und das kann lebensgefährlich sein!
Denken Sie bitte an die Gesundheit Ihres Kindes! Mit einem Bußgeld sollte
man auch rechnen!

Die Autokindersitze sind in vier, teilweise noch einmal untergliederte,
Gruppen unterteilt werden. Welche Sitze das eigene Kind benutzen sollte
und darf, richtet sich nach dessen Gewicht und Körpergröße.

Babysitze der Gruppe 0 sind für Kinder bis etwa 10 kg
zugelassen; er muss spätestens ausgetauscht werden, wenn der Kopf des Kindes
über die Kante zu ragen beginnt.

Die 0+-Sitze passen etwa bis zu 13 kg und sind damit entsprechend
länger nutzbar. Verbreitet sind die Babyschalen mit integriertem Gurtsystem;
das Kind wird gegen die Fahrtrichtung auf dem Rücksitz mitsamt Schale durch
den Dreipunktgurt gesichert. Babywannen sind weniger verbreitet und wirklich
nur für die allerkleinsten Kinder praktisch. Bereits einem KinderSITZ ähnlicher
sind Reboard-Sitze, die ebenfalls gegen die Fahrtrichtung und auch auf dem Beifahrersitz
montiert werden. Der Airbag ist dabei unbedingt zu deaktivieren! Prinzipiell
gehören Kinder auf die sichereren Rücksitze; doch gerade wer allein
mit einem Kind unterwegs ist, möchte sich während der Fahrt nicht
ständig umdrehen müssen, so dass der Kompromiss Beifahrersitz schließlich
doch gern eingegangen wird.

Ist das Kind etwa ein Jahr alt (Gewicht ab 9 kg), können Autokindersitze
der Gruppe I verwendet werden, die etwa bis zum vierten Geburtstag halten.
Auch jetzt sind in den Kindersitz integrierte Gurte dem direkten Anschnallen
durch den Dreipunktgurt unbedingt vorzuziehen. Der Kindersitz sollte in diesem
Fall unbedingt eine gute Gurtführung besitzen. Weiterhin wird der Transport
gegen die Fahrtrichtung empfohlen. Kleinkinder reisen allerdings nicht wirklich
gern nach hinten blickend allein auf der Rückbank. Wenn ein Elternteil
nicht konsequent mit nach hinten ziehen will, ist auch jetzt wieder der Beifahrersitz
eine mögliche Lösung des zunehmend agileren Kindes. Wichtig ist, egal
für welches System man sich entscheidet, dass auch der Seitenaufprallschutz
(einschließlich Kopfbereich) gewährleistet ist. Die sehr sicheren
Sitze mit Fangkörper, bei dem das Kind quasi von einem fest installierten
“Tisch” fixiert und am Nach-vorne-Schleudern gehindert wird, engen
oft die Bewegungsfähigkeit deutlich ein. Ob ein solcher Sitz für das
eigene Kind geeignet ist, sollte deshalb beim Kauf gemeinsam mit dem Kind ausprobiert
werden.

Auf Gruppe I folgt Gruppe II für die etwa vier bis sieben Jahre
alten, 15 bis 25 kg schweren Kinder. Das Spektrum der zugelassenen Sitze
erweitert sich jetzt um die Sitzerhöhungen ohne integrierte Rücken-
oder Kopfstütze. Selbstverständlich sind diese Sitze weniger sicher
und besonders für längere Strecken auch wenig bequem, der Zugewinn
an Beweglichkeit begeistert jedoch die meisten Kinder, so dass aus der eigentlich
als Notlösung für spontane Fahrten oder Mitnahmen gedachten Variante
schnell die bevorzugte Transportform wird. Man sollte sich jedoch nicht auf
Kosten der Sicherheit von seinen Kindern unter Druck setzen lassen! Die sachgemäße
Verwendung eines sicheren Kindersitzes ist einer der Punkte, über den nicht
diskutiert werden darf.

Für die größeren Kinder (ab etwa sieben bis zwölf, von
22 bis 36 kg und 1,50 m Körpergröße) sind die
Sitze der Gruppe III gedacht. Auch jetzt gibt es noch Sitze mit Rückenlehne
und Kopfschutz, obwohl die Sitzerhöhungen hier die dominierende Variante
der Kinder sind. Jetzt versuchen sehr viele Kinder, ihre Eltern davon zu überzeugen,
sie - gerade auf kürzeren Strecken - ohne extra Kindersicherung mitzunehmen.
Ausnahmen, auch bei spontanen Mitnahmen von Klassenkameraden o.ä. sind
grundsätzlich nicht erlaubt!

Noch eine Hilfe zum Kauf des passenden Kindersitzes: Vorab über aktuelle
Testergebnisse kann nicht schaden; auch kann man bereits über die Befestigungsart
nachgedacht haben (sehr sicher: Isofix-Systeme, die an der Karosserie
befestigt werden, leider sind nicht alle PKW damit ausgestattet). Vor Ort sollte
man dann mit dem Kind, dem Wagen und genügend Zeit die in Frage kommenden
Modelle ausprobieren - also ins Auto einbauen, das Kind hineinsetzen und sichern.
Nicht immer passt jeder Sitz in jedes Auto und zu jedem Kind. Online-Käufe
sind möglich, wobei jedoch große Vorsicht bei gebrauchten Modellen
(Materialermüdung auch ohne Unfall möglich) geboten ist - im Zweifelsfall
sollte auch hier ein Äquivalent im Laden ausprobiert werden, bevor man
das baugleiche Modell online bestellt.

Wichtig ist also: Regelmäßig kontrollieren, ob der Sitz noch
passt. Und Konsequenz von Anfang an und bis zuletzt.


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